Praxis für Ergotherapie & Logopädie Verena Fischer & Team
Praxis für Ergotherapie & Logopädie Verena Fischer & Team

Gute Gründe einen Kurs zu belegen:

Dauerstress kann sich in folgenden Beschwerden zeigen:

  • Herzklopfen

  • Schweißausbrüche

  • Zähne knirschen (auch nachts)

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Schwindelanfälle

  • Angstgefühle

  • Chronische Müdigkeit

  • Kopfschmerzen

  • Verspannungen im Schulter-Nackenbereich

Bei Kindern führt Stress zu folgenden Beschwerden:

  • Kopfschmerzen

  • Magenschmerzen

  • Hyperventilation

  • Herzrasen

  • Schweißige oder kalte Hände

  • Nägel kauen, Kratzen an Haut und Haaren

  • Schlafprobleme

  • Ängste

  • Schüchternheit und Bereitschaft soziales Engagement zu vermeiden

  • Wutausbrüche

  • Hypersensibles Verhalten

  • Geringe Frustrationstoleranz

  • Konzentrationsmangel

Durch Entspannungsverfahren können folgende

positive Effekte erzielt werden:

 

Psychologische Entspannungsreaktionen:

  • die affektive Indifferenz (emotionale Gelassenheit), d.h Affekte und Emotionen lassen sich kaum noch provozieren

  • mentale Frische, nach den Übungen stellt sich ein Gefühl des geistig und körperlichen Ausgeruhtseins ein

  • die Erhöhung der Wahrnehmungsschwellen, d.h dass die Außenreize immer mehr an Bedeutung verlieren, was zu einer stärkeren Konzentration auf die Übungen führt

 

Physiologische Kennzeichen der Entspannungsreaktion:

  • Neuromuskuläre Veränderungen:

          - Abnahme des Tonus

          - Verminderung der Reflextätigkeit

  • Kardiovaskuläre Veränderungen:

          - Periphere Gefäßerweiterung

          - Geringfügige Verlangsamung des Pulsschlags
         - Senkung des arteriellen Blutdrucks

  • Respiratorische Veränderungen:

          - Abnahme der Atemfrequenz

          - Gleichmäßigkeit der einzelnen Atemzyklen

          - Abnahme des Sauerstoffverbrauchs

  • Elektrodermale Veränderungen

          - Abnahme der Hautleitfähigkeit

  • Zentralnervöse Veränderungen

          - Veränderungen der hirnelektrischen Aktivitäten (EEG) = Zustand wie vor

            dem Einschlafen

                                                                                                                      

 

Der Körper muss erfahren und erlernen wie sich Entspannung anfühlt. Nur dann kann der Mensch durch verschiedene Methoden und Techniken sich selbst in diesen Zustand versetzen.

 

Medizinisch anerkannte Entspannungsverfahren

 

Autogenes Training (AT)

AT heißt, mit eigenen suggestiven (selbst beeinflussenden) Kräften körperliche und seelische Entspannung hervorrufen zu können (selbst gesteuerte Entspannung). Die Methode wurde von dem deutschen Arzt Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) in den zwanziger Jahren entwickelt. Er arbeitete erfolgreich an der Heilung von Patienten mit psychosomatischen Beschwerden durch Hypnose. Er stellte bei seinen Hypnosesitzungen fest, dass seine Patienten immer wieder von Schwere und Wärmeempfindungen sprachen. Diese Empfindungen stellten sich ein, ohne das er Anweisungen dazu gegeben hätte. Schultz führte den Rückschluss, dass die Schwere-und Wärmeempfindungen von der Entspannung der Muskulatur und der Gefäße herrühren, die demzufolge mit der Entspannung der Psyche automatisch einhergeht. Er fragte sich, ob nicht auch der umgekehrte Fall funktionieren könnte, dass die körperliche Entspannung auch eine psychische Entspannung hervorruft.

Er entwickelte eine Methode, mit der seine Patienten mit einer Art Selbsthypnose tiefe Versenkungszustände unter eigener gezielter Anleitung erreichen konnten. Er nannte diese Methode „Autogenes Training“ oder „Konzentrative Selbstentspannung“.

Im AT wenden wir die Aufmerksamkeit von unseren Alltagsgedanken weg auf unsere Körperempfindungen. Mit Hilfe verschiedener Formeln werden das Erleben von Entspannungsempfindungen wie Wärme, Schwere, Ruhe usw. angeleitet. Der Erfolg von AT hängt davon ab, wie sehr es dem Übenden gelingt die Aufmerksamkeit zu halten und durch Üben einzugravieren, so dass die Entspannungsreaktion automatisch erfolgt.

AT kann schon bei Kindern ab 5 Jahren eingesetzt werden. Sie erlernen die Methode normalerweise schneller als Erwachsene. Zu Beginn werden autogene Formeln in Fantasiegeschichten eingepackt. Positiver Einfluss bei Kindern:

  • Ruhigstellung des Körpers

  • Zutrauen in die eigenen Fähigkeiten

  • Erweiterung der Vorstellungskraft

  • Aktivierung der Selbstheilungskräfte und des Immunsystems

  • Verbesserung der Konzentration, Abbau von Ängsten

Progressive Muskelentspannung (PME)

Die ursprünglicher Form dieser Methode wurde in den zwanziger Jahren von dem amerikanischen Arzt und Psychologen Edmund Jacobson (1885-1976) entwickelt. Er hatte beobachtet, dass Anspannungen der Muskulatur häufig im Zusammenhang mit innerer Unruhe, Stress und Angstzuständen auftraten. Somit führt die innere Anspannung auch zu einer muskulären Anspannung und hat zur Folge, dass bei dauerhafter Stressbelastung Verspannungen, Verkrampfungen, Herz-Kreislauferkrankungen sowie Magen-Darmkrankheiten auftreten können. Sein Ansatzpunkt bei der Entwicklung dieser Methode bestand darin, dass auch der umgekehrte Fall funktionieren müsste. Mit der Entspannung der Muskulatur treten nämlich auch ein vertieftes körperliches Ruhegefühl und eine seelische Entspannung ein. Die Psyche wirkt also auf den Körper und umgekehrt, somit könne körperliche Veränderungen auch Änderungen im psychischen Befinden hervorrufen. Hier setzt das Verfahren der progressiven Muskelrelaxation an. Durch die Entspannung der Willkürmuskulatur werden ein tiefgreifendes körperliches Ruhegefühl und dadurch eine mentale Entspannung erreicht.

Der Übende spannt nacheinander verschiedene Muskelgruppen deutlich spürbar an und entspannt sie wieder. Er konzentriert sich auf den Kontrast der Anspannungs-und Entspannungsempfindungen. Damit hat die innere Wahrnehmung stärkere Reize, um die Aufmerksamkeit zu binden und die Alltagsgedanken hinter sich zu lassen. Nach der muskulären Anspannung folgen die körperliche und einhergehend auch die mentale Entspannung. Die Progressive Muskelentspannung eignet sich daher besonders gut zur Einführung in die Entspannungsverfahren sowie zur Reduktion starker innerer Spannungszustände bei Ängsten, Schlafstörungen oder Schmerzen. Auch bei Verspannungen der Muskulatur ist die Methode der Progressiven Muskelentspannung ein geeignetes Mittel, um diese Verspannungen zu lösen.


 

Imaginative Verfahren

Entspannung wird durch innere Wahrnehmungen herbeigeführt, die entweder nur angenehme Stimmungen widerspiegeln oder eine Konfrontation mit einer Angstauslösenden Situation herbeiführen, die im Laufe der Imagination erfolgreich bewältigt wird. Die inneren Wahrnehmungen setzen sich aus optischen, akustischen und anderen emotionalen Eindrücken zusammen. Meist werden sie mit anderen Entspannungsverfahren kombiniert.

In eine Imagination werden möglichst viele Sinneseindrücke eingearbeitet, damit in der Fantasie adäquate innere Vorstellungen entstehen können.

Beispiel Meeresstrand:

Visuell: blaues Wasser, weiße Gischt

Emotional/kinästhetisch: Salz in der Luft riechen, warmen feuchten Sand spüren

Auditiv: Rauschen der Brandung hören, Schreie der Seevögel

Zitronenexperiment

Stellt euch eine Zitrone vor. Ihr haltet sie in eurer Hand, betrachtet vor eurem inneren Auge das satte gelb und die kleinen Poren auf der Oberfläche, ihr riecht daran, sie duftet frisch und fruchtig. Nun schneidet ihr die Zitrone in Gedanken auseinander und betrachtet die Schnittfläche, seht wie der Saft aus der Zitrone läuft. Nun schneidet eine Scheibe ab und teilt sie. Das Fruchtfleisch liegt nun frei und ihr könnt hinein beißen. Merkt ihr, wie euch der Speichel im Mund zusammen läuft?“

Ohne es zu wissen habt ihr hier das Grundprinzip des AT, bzw. des Imaginativen Verfahrens angewandt. Allein durch die Vorstellung konntet ihr eine körperliche Reaktion hervorrufen. Auf diesem Prinzip basieren die beiden genannten Verfahren: Durch Vorstellung von Körperreaktionen werden diese auch ausgelöst.

Untersuchungen ergaben, dass inneres Erleben, das als besonders realistisch empfunden wird, über neuronale Prozesse des Gehirns Körperfunktionen in Gang setzt, die realistischen Erlebnissen entsprechen.

Angstauslösende Situationen beschleunigen den Puls, die Herzfrequenz, flachen die Atmung ab, erhöhen den Adrenalinspiegel, egal ob die Wahrnehmung real ist, oder über das Anschauen einer Horrorszene im Film oder über eine als real empfundene imaginäre Vorstellung. In allen Fällen konnten medizinisch in etwa gleiche Messergebnisse der veränderten Körperfunktionen festgestellt werden.

Das Verfahren wurde Anfang der 70ziger Jahre von dem amerikanischen Arzt O.Carl Simonton entwickelt. Er setzte das verfahren erfolgreich in der Krebstherapie ein. Bei Kindern und jugendlichen ist es in Form von Fantasie-reisen sehr beliebt. Bei der Auswahl der Themen muss allerdings darauf geachtet werden, dass sie immer einen Bezug zur Wirklichkeit haben (sonst evtl. Weltflucht) und sie dürfen nicht zu stark gelenkt sein, damit noch Raum für freie Assoziationen bleibt.

Atemerfahrungen

In der Atempädagogik wir der Atem als Spiegel der Verspannungsmuster und als Mittel zur Lösung genutzt. Die Entspannung kann über geführte Atemübungen und das Wiederentdecken und Wiederherstellen des natürlichen Atems erreicht werden. Es gilt, sich auf den Atem einzulassen. Der Atem wird passiv beobachtet, jede bewusste Manipulation wird vermieden. Durch das Beobachten des eigenen Atems, mit dem man seine Lebensenergie verbindet, lenkt man sich von störenden Gedanken und somit von seinen Problemen ab und verschafft dem Körper eine angenehme Ruhepause. Die Arbeit am Atem kann schnell sehr intensiv sein und tiefe Schichten der Persönlichkeit berühren.

 

Yoga

Yoga ist eine indische philosophische Lehre, die eine Reihe geistiger und körperlicher Übungen umfasst. Der Begriff Yoga kann sowohl „Vereinigung“ oder „Integration“ bedeuten, als auch im Sinne von „Anschirren“ und „Anspannen“ des Körpers an die Seele zur Sammlung und Konzentration bzw. zum Einswerden mit dem Bewusstsein verstanden werden. Da jeder Weg zur Selbsterkenntnis als Yoga bezeichnet werden kann, gibt es im Hinduismus zahlreiche Namen für die verschiedenen Yoga-Wege, die den jeweiligen Veranlagungen der nach Selbsterkenntnis Strebenden angepasst sind.

 

Thai Chi

Tai Chi ist eine alte chinesische Bewegungskunst mit meditativem Charakter, philosophischem Hintergrund, wurde ursprünglich als Kampfkunst und Selbstverteidigung entwickelt und ist heutzutage vor allem wegen seiner wohltuenden Einflüsse auf die Gesundheit der Übenden bekannt. Im Volksmund wird es auch chinesisches Schattenboxen genannt. Tai Chi meint “das höchste Prinzip” oder die Lehre von “Yin und Yang” die Form.

Langsame, weiche, fließende, zeitlupenartige Bewegungen führen zu innerer Ausgeglichenheit, Entspannung, Ausdauer, Konzentration, Wohlbehagen und Gesundheit. Es ist geeignet sowohl für junge wie für ältere Menschen, für Männer und für Frauen, für Starke und für Schwache. Es erfordert kein besonderes Talent oder außerordentliche Fähigkeiten.

Wer normal spazierengehen kann, ist grundsätzlich in der Lage, Tai Chi zu erlernen und zu üben. Überanstrengungen und Verletzungen durch Leistungsdruck oder Konkurrenzdenken werden vermieden, denn der Weg des Erlernens ist das Ziel… Unabhängig von Wetter und anderen Einflußfaktoren kann jeder sich in dieser Kunst üben.

Es sind weder spezielle Diäten noch besondere Lebensweisen nötig. Durch einige Minuten Übung täglich gelangt der Mensch zu Entspannung ohne Erschlaffung, zu Stärke ohne Verhärtung, zu Anmut und Leichtigkeit, Vitalität ohne Nervosität. Der Körper öffnet sich, wird geschmeidig und frei beweglich.

 

 

Meditation

Einen anderen Weg der Entspannung stellt die Meditation dar. In den verschiedenen Formen der Meditation wird die Entspannung durch Überwindung des sonst ständig fließenden Gedankenstroms erreicht. Ziel ist es unter anderem, den Zustand einer tiefen inneren Ruhe zu erreichen. Man sich auf den Atem, Klangsilben (Mantras), Gebete oder Gegenstände wie z.B. eine Kerze oder eine Verrichtung wie das Bogenschießen und erreicht durch die Gleichförmigkeit, Regelmäßigkeit und Dauer des Übens tiefe Versenkungszustände. Die Meditation kann pragmatisch eingesetzt werden oder eingebettet in religiöse und spirituelle Systeme, der Persönlichkeitsentfaltung dienen. Der Erfolg ist abhängig von der Disziplin, Fähigkeit, die abschweifenden Gedanken immer wieder zum Gegenstand der Meditation zurückführen zu können sowie von der Fähigkeit, mit aufsteigenden belastenden Erlebnissen umgehen zu können.

 

Meditative Zustände kann man in 3 Phasen unterteilen: (nach Graf Dürkheim)

Concentratio    =  aktive Phase

Meditatio          =  passive Phase

Contemplatio   =  Stufe der Wahrnehmung stiller Erfahrungen

Funktionsweise von Entspannungsverfahren


 

Alle Verfahren lassen sich auf 2 Grundprinzipien zurückführen.

  • Verbesserung der Körperwahrnehmung

  • Verbesserung der Vorstellungskraft (Unterstützung durch Suggestion)

 

Ziele von Entspannungsverfahren

  • Harmonisierung psychischer Prozesse

  • Optimierung psychischer Prozesse

  • Regenerierung

  • Bewältigung negativer Gefühlszustände

  • Verbesserung der Konzentrationsmangel

  • Mobilisierung von Energien

  • Stärkung des Immunsystems

 

Indikation für Entspannungsverfahren:

  • allgemeine Gesundheitsvorsorge

  • bei körperlichen und psychischen Belastungen

  • bei Nervosität und innerer Anspannung (Schlafstörungen)

  • bei Leistung-und Verhaltensschwierigkeiten (Angstbewältigung)

  • zum Abbau psychosomatischer Störungen (Linderung, Beseitigung)

  • bei körperlichen Funktionsstörungen

  • bei Schmerzbelastungen (Schmerzlinderungen)

  • bei persönlichen Problemen und Konflikten

 

Gesundheitlicher Nutzen bei:

  • Spannungskopfschmerz

  • Verspannungen

  • Schlafschwierigkeiten

  • Bluthochdruck

  • Chronischen Schmerzen

  • Nervosität

  • Gereiztheit, Aggressionen

  • Angstbewältigung (Prüfung, Flugangst etc.)

  • Kompensation des Alltagsstress

  • Stärkung des Immunsystems

 

Kontraindikation:

  • frische Wunden nach Operationen, oder Unfällen

  • eingeschränkte Fähigkeit zum selbständigen Lernen

  • psychische Störungsbilder (Depression, Hypochondrie, schwere Psychosen)

  • fehlender Wille sich einzulassen auf das Verfahren

  • Medikamenteneinnahme - unbedingt mit dem behandelnden Arzt abklären

 


 

Quelle: Fortbildungsunterlagen zur Entspannungspädagogin im IFLW durch

              Gerlinde Böbble

 

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